02.02.2017

von B° RB

Kino-Neubau in Erlangen

Manhattan Kino in Erlangen bleibt Programmkino

Modell Deluxe-Kino

Nach Gesprächen mit der Stadt Erlangen, bei denen der große kulturelle Stellenwert des traditionellen Programmkinos betont wurde, erfolgte eine konzeptionelle Änderung des vor kurzem vorgestellten Plans, die Manhattan Kinos in Deluxe-Kinos umzubauen. Das Filmkunsttheater soll nun nach dem Vorschlag der Familie Weber an gleicher Stelle erhalten bleiben und Ende des Jahres nach gründlicher Sanierung wiedereröffnen.

Direkt neben dem bestehenden Kino Manhattan soll ein Neubau für ein reines Deluxe-Kinozentrum entstehen. Das Erlanger Kinoprojekt wäre damit einzigartig in ganz Deutschland.

Als Kinobetreiber Wolfram Weber von der anstehenden Schließung des Programmkinos Manhattan erfahren hatte, wurde er sich mit dem Hausbesitzer schnell einig, dass das Haus unbedingt als Kino erhalten bleiben soll. Claudia und Wolfram Weber hatten das Gebäude 1983 selbst zum heutigen Manhattan Kino umgebaut. Nun wird Familie Weber das Kino mit neuem Konzept weiterführen. Anfang Januar wurde der Mietvertrag unterzeichnet.

Bereits zuvor kam die Stadt Erlangen mit einem Kaufangebot für das direkt angrenzende Grundstück auf den Besitzer des Manhattan-Kinos zu. 

Anfang der 90er Jahre gab es auf diesem Grundstück seitens der damaligen Kino-Betreiber Claudia und Wolfram Weber erste Pläne, die 1996 in einen konkreten Vorschlag zur Bebauung der Fläche durch den späteren Architekten des CINECITTA‘, Detlev Schneider, mündeten. Der Entwurf sah einen architektonisch anspruchsvollen Kinokomplex vor, der das Manhattan mit 7 bis 8 Sälen in normaler Multiplex-Bestuhlung ergänzen sollte. 

Die jetzigen Pläne sehen eine gründliche Renovierung der drei Säle des Manhattan-Kinos vor, um dort ein Programmkino nach modernsten Ansprüchen betreiben zu können. Die Leinwände sollen deutlich vergrößert werden und der gesamte Komplex wird barrierefrei gestaltet. Alle Säle werden mit Rollstuhl bzw. körperlichen Beeinträchtigungen erreichbar sein. In jedem Saal wird zudem das CinemaConnect System von Sennheiser installiert, das via App in jedem Film Hörverstärkung für Menschen mit Hörbeeinträchtigung ermöglicht. Darüber hinaus bietet es Untertitel für Gehörlose sowie Audiodeskription für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen.   

Die angekündigten Deluxe-Kinos sollen nun als kompletter Neubau auf dem Nachbargrundstück realisiert werden.

Angedacht ist, den Bestand des Manhattan mit einer reduzierten Version des 1996 geplanten Neubaus zu ergänzen und zu einem schönen Gebäude-Ensemble mit großzügigen Foyers und Außenterrassen, das sich harmonisch ins Erlanger Stadtbild fügt, zu vereinen.

Statt der 1996 dort angedachten 1800 Plätze sind nun nur ca. 600 Luxus-Kinosessel in 7-8 großzügigen Kinosälen vorgesehen. Der Erlanger Deluxe-Komplex wäre deutschlandweit der erste seiner Art und ein weiteres attraktives Freizeitangebot der international ausgerichteten Universitätsstadt.

Deluxe-Kinos sind ein Konzept, das sich im Nürnberger Multiplex CINECITTA‘ längst etabliert hat und sich absoluter Beliebtheit bei den Gästen erfreut. Familie Weber ist sich sicher, dieses besondere Kinoerlebnis auch in Erlangen erfolgreich anbieten zu können, sieht aber aufgrund der räumlich begrenzten Kapazitäten im bestehenden Manhattan angesichts des Bedarfs der Großstadt bereits Probleme, die Nachfrage zu bedienen – gerade auch im Hinblick auf die Mitarbeiter der internationalen Firmen in und um Erlangen, die jetzt bereits gerne das Deluxe-Angebot in Nürnberg nutzen.

Die Familie Weber hat das Bauvorhaben der Stadt Erlangen vorgestellt und hofft auf eine schnelle Entscheidung. Eine sofort umsetzbare Planung an zentraler Stelle für anspruchsvolles Kino spricht für das interessante Projekt. 

Das Manhattan als Programmkino kann so in Kombination mit dem Deluxe-Angebot zusätzlich das gesamte Erlanger Umland ansprechen. 

Gerechnet werden kann mit einer Bauzeit von ca. einem Jahr. Sollte von Seiten der Stadt kurzfristig grünes Licht gegeben werden, ist eine Fertigstellung Mitte 2018 denkbar. 

In dem Deluxe-Konzept sieht Familie Weber eine geringe Beeinflussung des Programmkino-Betriebs. Zu erwarten sei vielmehr eine Besuchersteigerung, die auch das Programmkino betrifft – schließlich lockt das Luxus-Kino bereits in Nürnberg viele Besucher, die nur noch selten bis gar nicht mehr im Kino waren und das Filmerlebnis nun wieder für sich entdeckten. So könnten sich beide Lichtspielhäuser wunderbar ergänzen - und Erlangen mit einem echten Kino-Highlight punkten!

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